Wenn Sie sofort einen Strafverteidiger benötigen, bei Vernehmung, Festnahme, Verhaftung, Haftbefehl, Durchsuchung, Hausdurchsuchung, Beschlagnahme etc., erreichen Sie mich jederzeit – Tag und Nacht – direkt unter folgender Mobilnummer:
0174 - 46 353 34  »weitere Infos

Urlaubszeit = Reisezeit

Rechtliches zur Reisezeit

Wer eine Urlaubsreise bucht, wünscht sich natürlich eine schöne und erholsame Zeit. Da es leider manchmal auch anders kommen kann, sollte man sich für diese Fälle rechtlich absichern und einen kühlen Kopf bewahren. 

 

Vor der Abreise

(c) IlginDer Urlaub ist gebucht, doch der Reisende wird krank bzw. kann die Reise aus anderen Gründen nicht antreten – hier gilt: man kann grundsätzlich vor der Reise jederzeit vom Reisevertrag zurücktreten und dann den bereits bezahlten Reisepreis zurück verlangen. Der Reiseveranstalter hat seinerseits einen Anspruch auf angemessene Entschädigung, welche üblicherweise als prozentuale Pauschale vereinbart ist.

Da insbesondere bei kurzfristigem Rücktritt eine recht hohe Entschädigung als angemessen gelten kann, ist der Veranstalter verpflichtet, auf eine Reiserücktrittskostenversicherung hinzuweisen.

Alternativ besteht die Möglichkeit, den Reisevertrag auf einen reisewilligen Dritten zu übertragen. Der Veranstalter hat nur in einigen Sonderfällen ein Widerspruchsrecht gegen die Vertragsübertragung auf einen Ersatzreisenden. Die Kosten und Gebühren für die Umbuchung kann sich der Veranstalter erstatten lassen. Auch hier wird üblicherweise ein angemessener Pauschalbetrag verlangt. Diese Pauschale zahlt der Ersatzreisende, denn dieser übernimmt nach Eintritt in den Reisevertrag sämtliche Rechte und Pflichten.

 

Reisemangel

Am Urlaubsort angekommen, weichen in manchen Fällen die tatsächlich vorgefundenen Verhältnisse erheblich von den eigentlich gebuchten Prospektbeschreibungen ab. Dies trübt die Urlaubsfreude und kann zur Minderung des Reisepreises führen.

Doch nicht jede gefühlte Unannehmlichkeit führt gleich zur Minderung des Reisepreises. Ortsübliche bzw. landestypische geringere Standards in der Zimmerausstattung oder landestypisches Essen sind als Unannehmlichkeit ebenso ersatzlos hinzunehmen, wie etwaiges störendes Benehmen der Mitreisenden.

(c) WeinstockAuch für Schäden, die sich als Konkretisierung des allgemeinen Lebensrisikos darstellen, haftet der Reiseveranstalter nicht. Rutscht der Reisende beispielsweise auf den feuchten Fliesen am Hotelpool aus oder wird er in der Bungalowanlage bestohlen, so wird dies wird als allgemeines Lebensrisiko gewertet. Dies liegt nicht im Einflussbereich des Reiseveranstalters, so dass der Reisepreis nicht gemindert werden kann.

 

Weichen die tatsächlich vorgefundenen Verhältnisse jedoch erheblich von dem mit dem Reiseveranstalter geschlossenen Vertrag ab, so liegt ein Reisemangel vor, der zur Minderung des Reisepreises führen kann. Anhaltspunkt für den Vertragsinhalt stellt regelmäßig die bei der Buchung gültige Prospektbeschreibung dar. Sind z.B. im Prospekt Kinderbetreuung und -animation aufgeführt, fehlen diese aber vor Ort, so stellt dies einen erheblichen Mangel dar, der zu einer Minderung von bis zu 25% des Reisepreises führen kann.

(c) Koleva Dimitrova

Auch nächtlicher Lärm aus einer angrenzenden Bar oder Disco, können zu einer Reisepreisminderung von bis zu 20% führen, wenn im Prospekt ein ruhiges Feriendomizil beschrieben ist. Weitere typische Mängel, die je nach Einzelfall zur Reisepreisminderung führen können, sind Verschmutzungen, Ungeziefer und mangelhafte Ausstattung im Hotelzimmer, ein im Prospekt versprochener Meerblick, die Entfernung um Strand bzw. die Beschaffenheit des Strandes sowie Verspätungen, insbesondere bei Flugreisen.

 

Für eine Vielzahl typischer Mängel und damit verbundener prozentualer Minderungssätze bieten u.a. die vom Landgericht Frankfurt entwickelte „Frankfurter Tabelle“, die „Kemptener Reisemängeltabelle“ (www.reiserecht-fuehrich.de unter Kemptener Reisemängeltabelle) oder auch die „ADAC-Tabelle“ (www.adac.de unter Ratgeber und dort unter Reiserecht) eine entsprechende Übersicht.

Fristen beachten!

Um den Reisepreis später mindern zu können, muss der Reisemangel unverzüglich nachdem er bemerkt wurde, gegenüber dem Reiseveranstalter oder der Reiseleitung vor Ort angezeigt werden, damit diese die Möglichkeit haben, entsprechend Abhilfe zu schaffen.

(c) Ottenhausen

Der Anspruch auf Reisepreisminderung muss letztlich innerhalb eines Monats nach der vertraglich vorgesehenen Beendigung der Reise gegenüber dem Reiseveranstalter geltend gemacht werden.

Einen hoffentlich reisemangelfreien und erholsamen Urlaub wünscht Ihnen

Rechtsanwältin Dr. Britta Hansen